Das Flugdeck der USS Nimitz in 1:144 mit Insel und Radarmast

Die USS Nimtz CVN-68 beschäftigt mich ja bereits seit Jahren! Nicht zuletzt baue ich US Navy-Maschinen, die auf diesem Träger eingesetzt waren oder sind. Zu Ausstellungen konnte ich bisher immer nur kleine Trägerdecksausschnitte mitnehmen, um die Flieger so in ihrem realistischen Umfeld zu präsentieren. Eine Ausnahme bildete der von mir scratch gebaute Aufzug der Nimitz, den ihr hier sehen könnte. Mittlerweile habe ich bemerkt, dass es diesen Aufzug auch aus Japan von einem Kleinserienhersteller zu kaufen gibt - ebenfalls wie bei mir auf einem Acryl-Display... Keine Frage, wer da wohl von wem abgekupfert hat, denn mein "Elevator" steht bereits seit über vier Jahren in meiner Vitrine!

Egal - das Erscheinen des Nimitz-Flugdecks als Vinyl-Folie bei Coastal Kits brachte mich darauf, es mit dem kompletten Decks anstelle der einzelnen "Brettchen" zu versuchen. Nachteil: Es gibt nur das glatte Deck, keine Details wie Insel, Radarmast oder Catwalks! Nun war für mich klar, dass die Catwalks so halbwegs zu vernachlässigen sind, aber die Insel und der Radarmast...
Bei Shapeways bekommt man mittlerweile einige Inseln von US-Trägern 3D-gedruckt, vorzugsweise jedoch auch der WW II-Ära. Und dann noch für sündhaft teures Geld! Also: Selbermachen, nach alter Väter Sitte mit Plastiksheet-Platten! Als erste Vorlage diente mir der Kartonbausatz der Nimitz von WIlhelmshavener Modellbaubogen, der jedoch im Maßstab 1:250 war (wie nahezu alle Schiffsmodelle aus Karton). Also: Auf dem Kopierer hochskalieren, die Maße abnehmen  und ran an die PS-Platten!

Nun, Ostern 2022, siehen meine Bemühungen der letzten drei Monate so aus:





Letztendlich hatte alles mit der Frage begonnen, wie der Gittermast zu realisieren sei. Hier scheute ich den Eigenbau und fertigte eine Zeichnung an, nach der mir Gerhard Saemann aus meiner Heimatstadt Pirmasens zwei Varianten des Masts fotoätzte. Warum zwei? Weil ich Depp bereits bei Shapeways die eckige Radarmatratze gekauft hatte, aber übersah, dass sie zu der weiterentwickelten Mastversion gehört, die den mittleren Bereich verkleidet hat! Insofern ist das Kartonmodell der Wilhelmshavener Modellbaubogen - wie auch an einigen anderen Stellen - nicht vorbildkorrekt und teils auch nicht maßstäblich!



Das Ende vom Lied: Eine weitere, nunmehr die frühe, gerundete Radarantenne bei Shapewys bestellt und zwei Mastversionen gebaut. Klar, passend zu meinem Baustadium der Insel ist nur der linke Mast mit der rechteckigen Radarfläche.
Ein weiteres, entscheidendes Ereignis begab sich um die Frage, wie ich die Fensterreihen der Brücke realisieren sollte. Alles mit Evergreen-Profilen und eine Bau-Lehre? Ich fürchtete, dass das nicht akkurat genug sein und auf den ersten Blick verräterisch sein könnte, wenn einzelne Streben nicht im Lot wären. Insbesondere hinsichtlich der Stabilität hatte ich hier so meine Zweifel...
Mein Clubkamerad des PMC Fritzlar-Homberg e.V., Christopher, zeichnete mit nach meinen Vorgaben die Fenster und druckte sie dann per 3D-Drucker! Ein wahrer Meister, nicht nur mit dem CAD! Dies sparte mir sehr viel Arbeit, sieht ordentlich aus und ist stabil. Erste Stellprobe:







So bin ich recht zufrieden mit dem momentanen Bauzustand, Christopher druckte mir auch noch die besondere Form der Antennen um die Brückenschanzkleider, ebenfalls ein Leichtes für den 3D-Drucker, wenn man eine vielzahl dieser Teile benötigt. Ebenso verfuhr er mit den Scheinwerfern für das Brückendach.





Nun, am Ostersamstag, wagte ich mal ein kleines Display mit meinen Nimitz-Maschinen auf dem heimischen Esszimmertisch (das Deck ist 2,20 m lang!):

















Heute, am bislang heißesten Tag des Jahres 2022, dem 17.Juni, hat meine Nimitz-Brücke wieder einen "Entwicklungsschub" bekommen. Gerade habe ich den Hauptmast lackiert, die Insel ist im Rohbau fertig, die Walkways dunkelgrau lackiert. In den nächsten Tagen erfolgt dann die mühselige Abklebearbeit der Walkways, insbesondere um die Brückenfenster herumund damit hinter den ohnehin schon dicht angebrachten Relings! Aber hier mal der aktuelle Sachstand von heute:








Zunächst mal der Hauptmast im Rohbau: Hier wollte ich auf jeden Fall die Antikollisionslampe (rot blinkend) an der Mastspitze anbringen. Dazu fräste ich eine Längsnut in den konisch geformten Mast, einem 8mm  starken Buchenholzstab aus dem Baumarkt. Mein Kollege Jürgen, seines Zeichens Schreiner, fand eine Möglichkeit des konischen Zuschleifens - großen Dank an ihn an dieser Stelle! Nach dem EInlegen der Verdrahtung Verspachteln it 2K-Spachtel und Verschleifen. Die Spitze des Mastes, die auf der obersten Plattform aus der Hauptachse verrückt angebracht ist, besteht aus zwei ineinander  geschobenen Spritzenkanülen.



Einige Elemente, wie z.B. die beiden SatCom-Antennen und den großen Radarschirm zunuterst, bekam ich aus dem 3D-Drucker von Shapeways. Die 3er-Sets an Scheinwerfern konstruierte mir wieder einmal mein Vereinskamerad Christopher, der hiermit einen recht großen Anteil am Gelingen dieses Projekts hat - so auch die Konstruktion des AN/SPS-46 Anflugfolgeradars (auf den beiden decksseitgen kleinen übereinanderliegenden Plattformen), welches von keinem Anbieter in 1:144 zu bekommen war! Danke dir, Christopher! Alles andere sind Profilteile von Evergreen und Kleinkram aus der Grabbelkiste. Die Insel sieht aktuell also so aus:











Und hier nochmal die einzelnen Ebenen der Insel.


Soviel für heute, in Kürze geht's hier weiter!

To be continued!


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