Ferrari 330 P3 Le Mans 1966

Als der Film "Ford vs Ferrari / Le Mans 1966" im Dezember 2019 in die Kinos kam, war das für mich (wie für viele andere Motorsport-Enthusiasten natürlich auch) ein Pflichtprogramm! Und ich wurde nicht enttäuscht (der Film war genial!!!), im Gegenteil: Die Idee, die seinerzeit gestarteten Auto als Slotcars auf meine Bahn zu bringen, war extrem naheliegend!
Nur - wie so oft schon beschrieben - läuft man heute einer gewissen Entwicklung hinterher: Gab es vor ca. 10 Jahren noch einen Mini Marcos GT, einen Matra 620, einen Porsche 906 Langheck oder einen Alpine A210 als Resine-Kits, teils sogar mit der 1966er Lackierung, findet man diese Modelle heute noch nicht mal mehr für sehr viel Geld. Die in begrenzter Anzahl gegossenen Resine-Bausätze sind - gebaut/llackiert oder "jungfräulich" - fest in Sammlerhand. Da muss schon viel passieren, wenn man eine solche Pretiose erwischt!

Nichts desto trotz: Ich bin Optimist und habe Geduld (manchmal!), bin halt "Jäger und Sammler"! Also schau'n mer mal, was die Zukunft so bringt! Um mir die Zeit bis dahin ein wenig zu verkürzen, wollte ich zumindest versuchen, was mir aus eigener Kraft möglich ist.

Der RACER-Ferrari 330 P3, der bereits in der 66er Lackierung angeboten wird, ist ebenfalls eine solche seltene Erscheinung. Wohl aber gibt es von Scalextric den 330 P4 in einer Doppelpackung "Monza '67" oder die Dreier-Box "Le Mans 1967". Hier liegt jedoch der Fehler im Detail: Äußerlich sind diese beiden Jahrgänge des Maranello-Prototypen nahezu identisch - aber eben nur auf den ersten Blick! Schauen wir ins Detail:





Zunächst galt es, die  bei der 67er Version mit zwei  fotogeätzten Rahmen versehenen Lüftungsaustritte hinter der  Heckscheibe zu verschließen, ebenso die große Öffnung im Heckspiegel. Schade zwar, denn auch hier hatte Scalextric mit einem fotogeätzten Gitter gearbeitet, was dem P4 eine sehr detailreiche Optik verlieh - für LM '66 jedoch falsch war! Also weg damit! Überflüssig zu erwähnen, dass ich mir die ganze Arbeit gleich doppelt machen musste, denn an der Sarthe waren 1966 gleich zwei Prototypen der Konfiguration 330 P3 am Start:







Der Heckspiegel bekam nun die 66er Öffnungen, die Kühlluftaustritte auf der Oberseite des Hecks wurden neu gefräst, da sie einen anderen Abstand zueinander hatten als beim 67er Modell. Besonders tricky waren die Deteils an den seitlichen Kühlrippen hinter dem Hinterrad: In 1967 waren sie durchgängig, in 1966 wiesen sie eine senkrechte Strebe auf! Dies gelang mir, indem ich einen sehr schmalen Plastikstreifen von innen gegen die Gitter klebte, ihn dann von vorne in jeder Lamelle verspachtelte! Mühselig, aber im Ergebnis sehr zufriedenstellend!



Im Zuge der Lackierung entschied ich mich dafür, die #20 zu einem späteren Rennzeitpunkt darzustellen, ohne die Scheinwerferabklebungen. Bei der #21 war interessant zu beobachten, dass man zu Rennbeginn für die linken und den rechten Hauptscheinwerfer unterschiedlich farbige Klebestreifen benutzte, um die Abreißfolie am Scheinwerfer zubefestigen! Das fand ich optisch reizvoll und daher auch für mein Modell nachahmenswert.



Die beiden schmalen Lüftungsschlitze an der Stirn des 67er Autos habe ich verschlossen, 1966 war lediglich eine einzige kleine Lüftungsöffnung mittig angebracht, die ich mit einem Abziehbild darstellte. Hier fürchtete ich, beim Aufbohren nicht sauber genug arbeiten zu können und dass die Öffnung hinterher zu unregelmäßig und zu groß ausfallen könnte. Aber mit dem Decal gelingt der Trick sehr gut! Zudem hatte der Scheibenwischer einen kleinen aerodynamischen Abweiser, den ich aus einem kleinen Stückchen Plastiksheet schnitzte. Hier also meine beiden Boliden in der Version "330 P3 Le Mans 1966":























Die folgenden Bilder zeigen nochmals die einzelnen Umbau-Aspekte, links die Version "330 P4 Le Mans 1967", die meinem Freund Edgar gehört, rechts mein Umbau auf "330 P3 Le Mans 1966":

- zwei kleine Lüftungsschlitze an der Nase verschließen, mittig eine neue Öffnung mit Decals andeuten
- Scheibenwischer benötigt einen Abweiser
- Kühlluftaustritte auf dem Heck verschließen und mit engerem Abstand neu einfügen
- Heckspiegel komplett neu gestalten, er benötigt eine mittlere Strebe
- Zusätzlich galt es, auf der linken Seite unmittelbar von den Lüftungsschlitzen vor dem hinteren Radlauf ein kleines Kästchen anzubringen, dessen Zweck sich mir jedoch verschließt. Ich habe es nach Vorbildfotos so authentisch wie möglich gestaltet (Plastiksheet plus Fotoätzteile aus der Grabbelkiste).








Beim Lackieren des von mit eingestzten fotogeätzten Gitters liefen mit die winzigen Öffnungen mit Farbe zu! Keine Chance, diese je wieder geöffnet zu bekommen! Ein echter Jammer, weil ich mir im Vorfeld ja die Arbeit des Heraustrennens der ebiden Öffnungen gemacht hatte! Nun blieb nur noch eine Lösung übrig: Die Darstellung des Gitters mittels eines Decals von Virages! Hatte ich zwar vorrätig, aber dazu hätte es niemals dieses Aufwands bedurft, da hätte ich das Heck auch komplett verschlossen lassen undlackieren können. Sei's drum!

Die Doppelbox der "Monza '67"-Versionen von Scalextric habe ich dann (natürlich!) ebenfalls umgestaltet und angepasst, mir Bilder aus dem Web ausgedruckt, die Historie neu verfasst und im gleichen Farb- und Schriftstil auf die Box geklebt:





So entstanden zwei Unikate, die es so sicher nirgendwo mehr zu sehen geben wird! Und zum Abschluss die beiden Maranello-Renner, die 1967 keinen Blumentopf gewannen udn ausfielen, hier in arger Bedrängnis durch die später siegreichen Ford GT40:



Schon einmal gab ichmeinem Wahn (erfolgreich!) nach, ein komplettes Starterfeld des Le Mans-Rennens für Slotracer zu realisieren, Le Mans 1970! Vielleicht schlage ich hier einen ähnlichen Weg ein? einiges liegt bereits auf meinem Basteltisch - also, immer wieder mal auf meiner Seite blättern!

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