Ich
hatte noch einen der raren ARII-Kits der F-111 in meinem „Vorrat“,
nachdem ich
mir für meine US Navy-Sammlung die F-111
B vorgenommen
hatte. Beim Umbau zur EF-111A „Raven“ griff ich auf den Umbausatz von
OzMods
aus Australien zurück. Dieser umfasst neben dem charakteristischen
Leitwerk
auch die „Canoe“-Radomverkleidung. Der im Original etwa 4,9 Meter lange
Kasten beherbergt
die leistungsstarken Störantennen des AN/ALQ-99E Tactical Jamming
Systems.
Zusätzlich verbaute ich einen neuen Fahrwerkschacht, neue
Triebwerksauslässe
und ein neues Cockpit, ebenfalls von OzMods.
Bei
den Schiebebildchen hatte ich mir aus einem Kit von Triple Nuts die
dort
beigefügten Decals geklont. Sie stellen eine EF-111A Raven aus der
Zeit nach
dem ersten Golfkrieg dar, konkret geht es um den Zeitraum der
Operationen
"Southern Watch" von 1995 (Luftraumüberwachung südlich des
32.Breitengrades). Diese EF-111A Raven (AF 66-0033) war unter dem
Spitznamen
"No Fear - No Gear" bekannt. Wie kam der Jet zu diesem
ungewöhnlichen
Spitznamen? Das Flugzeug trug ursprünglich die Aufschrift "No
Fear".
Nachdem es zu einem Landeunfall gekommen war, bei dem das Fahrwerk
beschädigt
wurde, fügte die Crew die Ergänzung "No Gear" hinzu. Die
künstlerische Gestaltung am Bug des Flugzeugs (Nose Art) wurde von
Senior
Airman Vanessa Snedeker angebracht. Diese „Spark Vark“ gehörte zur
429th
Electronic Combat Squadron (ECS), 27th Fighter Wing.
Die
Bausätze von ARII im 144er-Maßstab zeichnen sich durch eine
feine Gravur der
Oberflächen aus, an anderer Stelle bleiben die Modelle jedoch
ziemlich
„spartanisch“. Daher war mir der Einbau eines „echten“
Fahrwerksschachtes und
ein „wirkliches“ Cockpit wichtig. Ansonsten waren die wenigen Teile des
Bausatzes schnell verbaut.
Interessant
wurde es hingegen bei der Lackierung. Diese spezielle Farbgebung der
„Raven“
hat sicher schon viele Diskussionen ausgelöst. Aus meinem
Vallejo-Sortiment
habe ich unterschiedliche Farbtöne gemischt bzw. aufgehellt. Dabei
versuchte
ich mich – so gut als möglich – an Originalfotos zu orientieren,
was sich (wieder
einmal) als sehr schwierig erwies. Lichtverhältnisse, Verwitterung
der
Anstriche, Aufnahmemedium… Aber urteilt selbst. Auf gröbere
Verschmutzungen
habe ich hier jedoch verzichtet.
Die
beiden Behälter unter den Tragflächen könnten
zusätzliche ECM-Pods sein, dazu
fehlen mir jedoch konkretere Angaben. Ich sah sie bei einer Raven und
wollte
die Unterflügelstationen meines Modells nicht leer lassen.
Unterm
Strich betrachtet: ich bin sehr froh, diese „Raven“ gebaut zu haben!
Während
meiner Studentenzeit habe ich sie mal im Standart-Maßstab 1:72
gebaut, dieser
Flieger hatte mich mit seinem mächtigen Leitwerk schon immer
fasziniert! Nun
hier also die „Bonsai-Version“ in 1:144, die mit Sicherheit selten zu
sehen
sein dürfte!